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vlnr:
Inge Landmann (Vorstand LAG Lesben in
NRW und Jury Augspurg-Heymann-Preis),
Lara Müller (Dichterin), Nicole
Kagerer (Chorleiterin Melodykes), Fabienne
Stordiau (Wirtschaftsweiber NRW und
Allround Team GmbH, Köln), Dr.
Inge von Bönninghausen (Preisträgerin
2012), Marlis Bredehorst (Staatssekretärin
im MGEPA NRW), Dr. AnnMarie Krewer (Moderatorin
und Jury Augspurg-Heymann-Preis) - Foto
von Dietrich Dettmann (Freshmagazin)
Der
Preis der LAG Lesben in NRW für
öffentlich engagierte Lesben ging
in diesem Jahr an Dr. Inge von Bönninghausen,
die Grande Dame der feministischen Medienpräsenz.
Die Preisverleihung konnte aufgrund
großzügiger Spenden und Sponsoren
wie Allround Team GmbH, Wirtschaftsweiber
NRW, Sappho Frauenwohnstiftung, Archiv
der deutschen Frauen-
bewegung und anderen Spenderinnen durchgeführt
werden. Sollte das MGEPA die Preisverleihung
nicht durch Projekt- mittel finanzieren,
liegen aus den LAG-Mitgliedsgruppen
dankenswerter Weise schon Bürgschaften
vor.
Verleihung
des Augspurg-Heymann-Preises für
couragierte Lesben an die Journalistin
Inge von Bönninghausen
1991
sorgte Inge von Bönninghausens
öffentliches
Bekenntnis zur eigenen lesbischen Identität
in ihrer WDR-Fernsehreihe Frauen-Fragen
(später frauTV) für
Begeisterung unter den Zuschauerinnen.
„Ich kenne eine
Lesbe – und Sie?“ hieß
die Sendung, bei der sie sich gemeinsam
mit Interviewpartnerin Viola Roggenkamp
gleich mit den eröffnenden Worten
outete.
„Wir lechzten nach Vorbildern“,
sprach Laudatorin und
taz-Chefredakteurin Ines Pohl denjenigen
aus der Seele,
die bis dahin noch jegliche lesbische
Identifikationsfigur in
den Medien bitter vermisst hatten. Inge
von Bönninghausen, so Pohl, hat
„mutig immer wieder Themen gesendet,
die die herrschende Ignoranz stören“
und „unliebsame Wahrheiten in
den öffentlichen Diskurs eingebaut.“
Die Mitbegründerin des Journalistinnenbundes,
ehemalige Vorsitzende des Deutschen
Frauenrats, Vorstandsfrau der Stiftung
Archiv der deutschen Frauenbewegung
und der Lobby für Mädchen
will Diskriminierung, Vergewaltigung
und Verstümmelung von Frauen und
Lesben weltweit bis heute nicht verschweigen.
Ines Pohl bemerkte sehr treffend, dass
die Auszeichnung zweier BILD-Redakteure
nicht der einzige Skandal beim diesjährigen
Henri-Nannen-Preis war – keine
einzige Frau wurde ausgezeichnet. Es
ist mehr als Zeit für die 30%-Frauenquote
in journalistischen Führungspositionen,
für die Inge von Bönninghausen
eintritt!
Dem
setzt die LAG Lesben in NRW mit dem
zum vierten Mal verliehenen Augspurg-Heymann-Preis
etwas Kraftvoll-Positives entgegen.
„Wir vergessen in unserer Gesellschaft
oft, uns zu bedanken“, erklärte
die Vorjahres-Preisträgerin und
Frauenfußballerin Tanja Walther-Ahrens,
die wegen ihrer gleichzeitigen Fernsehverpflichtung
für den West-ART-Talk gegen Homophobie
per Filminterview präsent war.
Der Preis gebe ihr Mut und erinnere
sie, wann immer die öffentliche
Ignoranz sie bei ihren unerfreulicheren
Korrespondenzaufgaben zu demotivieren
drohe, daran, dass es auch Menschen
gebe, die das, was sie tut, wertschätzen.
Für Staatssekretärin Marlis
Bredehorst ist der Augspurg-Heymann-Preis
„der wichtigste Preis überhaupt“
und „einer der Höhepunkte
des Jahres“.
Das
ist bei der alljährlich überschwänglichen
Atmosphäre dieses besonderen Ereignisses
und dem allumfassenden Gefühl herrlich
berechtigter Feierlaune auch nachvollziehbar.
Der Veranstaltungsrahmen, diesmal im
stilvollen Düsseldorfer Malkasten,
stimmte in allen Details von der eleganten
Anmoderation bis hin zum perfekten Catering
beim großen Sektempfang. Für
melodische Laune sorgten die Melodykes
aus Düsseldorf vor allem mit ihrem
Mitmachohrwurm „I like strong
women“ ?. Und wie immer gab es
auch ein Forum für Nachwuchskünstlerinnen;
so präsentierte Lara Müller
vom PULS-Jugendzentrum Düsseldorf
ihren Spoken-Word-Vergleich zwischen
Frauen und Schokolade zu stürmischem
Beifall des gerührt mitgehenden
Publikums. Standing Ovations und anhaltenden
Jubel gab es für Laudatorin und
Preisträgerin gleichermaßen.
O-Ton von Bönninghausen: „Sowas
hab ich lang nicht mehr erlebt.“
„Ohne
Inge von Bönninghausen wäre
nichts so gut, wie es jetzt immerhin
ist“, schloss Ines Pohl ihre Laudatio.
„Wir alle brauchen Frauen wie
sie, die nicht lockerlassen, die ihren
Mut und Optimismus nie verlieren.“
Und das stimmt ganz sicher – in
der Medienlandschaft ebenso wie in der
Politik. (Susanne Lück) |
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